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Sonntag, 05. September 2010
Der Vorsitzende und der verfassungspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Frank Schira und Robert Heinemann, sind enttäuscht über die gestrige Ablehnung des von CDU, SPD und GAL vorgeschlagenen Wahlrechts-Kompromisses.

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Schira: "Die Initiative hat gestern Abend leider eine große Chance vertan. Nach vielen Jahren des Streits sind wir einen sehr großen Schritt auf die Initiative zugegangen, um einen langfristig tragfähigen Kompromiss zu erreichen. Wir hatten bei diesem Schritt große Bauchschmerzen, aber unser Ziel war ein einfaches, klares und rechtlich unumstrittenes Wahlrecht, welches von einer breiten Mehrheit getragen wird. Davon sind wir seit gestern wieder weit entfernt."

Schira kritisiert insbesondere, dass die Initiative nicht von sich aus ein alternatives Kompromissangebot unterbreitet hat: "Wir haben bei uns alte Denkschablonen überwunden. Ich hätte erwartet, dass auch die Initiative strukturkonservative Positionen im Interesse aller Wähler überdenkt."

Heinemann: "Die Argumentation der Initiative, dass sie für echte Kompromissverhandlungen kein Mandat habe, ist zum einen rechtlich falsch, zum anderen hätte man sich unter diesen Umständen die Gespräche und die von der Initiative geforderte aufwändige Erarbeitung eines alternativen Gesetzesentwurfes sparen können. Wir haben auf Wunsch der Initiative binnen drei Tagen eine konkrete Formulierung unseres Kompromissangebotes vorgelegt und dabei die Forderung der Initiative nach einer 'Schutzklausel' für das Wahlrecht gleich doppelt berücksichtigt. Leider haben wir jetzt den Eindruck, dass sich die Initiative gar nicht ernsthaft mit unserem Vorschlag auseinandersetzen wollte."

Schira will sich jetzt mit seiner Fraktion und dem CDU-Landesvorstand sowie den anderen Parteien über die weitere Vorgehensweise beraten: "Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es doch noch zu einem Kompromiss kommt. Es ist jetzt an der Initiative, noch einmal ernsthaft über die Chancen eines dauerhaften Kompromisses nachzudenken. Das Wahlrecht ist zu wichtig, als dass man es zum Gegenstand ständiger Auseinandersetzungen machen darf, für die kaum ein Bürger mehr Verständnis hat."
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