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Samstag, 19. Mai 2012
Hamburgs Schülerinnen und Schüler werden ab August diesen Jahres endlich moderne Schulbücher erhalten. In der gestrigen Expertenanhörung des Schulausschusses bezeichnete der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Reiner Lehberger aktuelle Schulbücher als wesentliche Grundlage für einen guten Unterricht.

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Der schulpolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Robert Heinemann: "Ab August werden die neuen Bildungspläne in vielen Fächern endlich auch durch neue Bücher unterstützt. Die Zettelwirtschaft hört auf, das Schulbuch wird wieder zum roten Faden durch den Unterricht. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Schulen ergänzend zu den Elternbeiträgen noch auf ihre vielfach vorhandenen Rücklagen für Lehr- und Lernmittel zurückgreifen würden, damit in noch mehr Fächern mit neuen Büchern unterrichtet werden kann."

Von den Erfahrungen aus Niedersachsen, welches im letzten Jahr ein ähnliches Modell eingeführt hatte, berichteten Dr. Eckhard Härke aus dem Kultusministerium und der Vorsitzende des niedersächsischen Landeselternrates Hans-Jürgen Vogel, der von der SPD als Experte benannt worden war.

Sowohl Härke als auch Vogel bestätigten, dass in Niedersachsen durch die Einführung zahlreiche neue Bücher angeschafft werden konnten. Die im Vorfeld befürchteten Probleme seien weitgehend ausgeblieben. Allerdings betonte Vogel auch, dass der Landeselternrat dem Modell zwar zugestimmt hätte, man es aufgrund der generellen Belastung für Eltern aber begrüßt hätte, wenn die Lernmittelfreiheit nicht abgeschafft worden wäre.

Lehberger führte hingegen an, dass die Konsumkraft von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren weiter gestiegen sei und heute Milliarden für Computerspiele und Handys ausgegeben würden. Man müsse die Priorität wieder auf die Bildung legen. Für gute Bildung - und dafür seien gute Bücher notwendig - würden Eltern auch bereit sein, etwas zu bezahlen. Er forderte daher sogar, dass die Eltern die Schulbücher grundsätzlich kaufen. Heinemann: "Wir unterstützen zwar den Kauf von Schulbüchern durch die Eltern, wollen aber mit dem Bücherverleih auch eine kostengünstige Alternative bieten, um die Eltern finanziell nicht zu überfordern."

Deutlich wurde, dass die Eltern beim Hamburger Modell besser gestellt sein werden als in Niedersachsen. Zum einen ist die Geschwisterermäßigung ab dem 3. Kind deutlich höher (50% statt 20%), zum zweiten werden alle Ermäßigungen für förderbedürftige und kinderreiche Familien von der Stadt bezahlt, während in Niedersachsen dafür teilweise die Eltern der anderen Kinder aufkommen müssen.

Im Rahmen der Diskussion um die Änderung des Schulgesetzes, zu der neben der Frage der Lernmittelfreiheit auch die gesetzlich geregelte Mindestzügigkeit der Schulen gehört, kam es zuvor noch zu einem Offenbarungseid der SPD: Offenbar hatte die SPD-Abgeordnete Luisa Fiedler in den vergangenen Wochen zahlreiche Schulen zu Unrecht in Existenzangst versetzt. Heinemann: "Es ist ein Unding, dass kurz vor der Anmelderunde von der SPD die Existenzangst unter den Schulen geschürt wird, nur weil einige Abgeordnete den Schulentwicklungsplan nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Hierdurch werden womöglich völlig intakte Schulstandorte gefährdet."

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