Im NDR lehnte Rabe gestern eine flächendeckende Begabtenförderung in
Hamburg ab: "Es ist schwierig, wenn jede Lerngruppe sagt: Für uns fehlt
das richtige Konzept."
Der schulpolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Robert
Heinemann, ist von dieser Aussage entsetzt: "PISA hat uns zwei Dinge
gelehrt: Wir haben zu viele Risikoschüler und zu wenig
Begabtenförderung. Für beide Enden des Leistungsspektrums wurde in den
letzten Jahren viel getan - es wäre grob fahrlässig, wenn die SPD jetzt
die Förderung der Begabten beschneiden würde."
Heinemann erinnert daran, dass seit 2004 rund 4.000 Lehrerinnen und
Lehrer Fortbildungen zur schulischen Begabtenförderung besucht haben.
Zudem wurden "Lernentwicklungsblätter" für alle Schüler eingeführt, um
u.a. Begabungen frühzeitig zu dokumentieren und entsprechende
Informationen auch an weiterführende Schulen geben zu können. 11 Schulen
wurden seit 2007 als "Schmetterlingsschulen" zertifiziert, die
besondere begabungsentfaltende Konzepte anbieten.
Heinemann: "Rabe vestößt mit seiner Aussage schlicht gegen das
Schulgesetz, welches fordert, dass 'Schülerinnen und Schüler in ihren
individuellen Fähigkeiten und Begabungen, Interessen und Neigungen
gestärkt und bis zur vollen Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit
gefördert und gefordert werden.' (§ 3 Schulgesetz). Offenbar ist er der
Auffassung, dass individuelle Förderung im Unterricht gar nicht möglich
ist - dann müsste er aber das gesamte Hamburger Schulsystem völlig
umbauen."
Heinemann befürchtet, dass die SPD in Wirklichkeit nur ihrer Tradition
in der Ablehnung jeglicher "Elite" treu geblieben ist. So sorgte Rabes
Vorgänger Joist Grolle (SPD) 1985 für weltweite Empörung, als er bei der
"6. Weltkonferenz für hoch begabte und talentierte Kinder" in Hamburg
Spitzenförderung in die Nähe nationalsozialistischen Gedankenguts
rückte.
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