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Robert Heinemann, schulpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, sieht Hamburg bei der Bewältigung der notwendigen Bildungsreformen auf dem richtigen Weg: "Hamburg hat die notwendigen Reformen entschlossen angepackt. Dies hat zu einem erheblichen Veränderungsdruck geführt, der den Betroffenen einiges abverlangt. Die Kritik der OECD-Studie an zu langsamen Reformen in Deutschland insgesamt zeigt aber, dass Hamburg mit seinem schnelleren Reformtempo richtig liegt."
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Die OECD-Studie bestätige zudem die Entwicklung in Hamburg, die Ausstattung der Grundschulen im Verhältnis zu den Oberstufen langfristig zu verbessern. "Hamburgs Grundschulen haben im Bundesvergleich bereits heute eine hervorragende Ausstattung. Sowohl bei der Überarbeitung des Lehrerarbeitszeitmodells als auch bei der Veränderung der Klassenfrequenzen haben wir darauf geachtet, dass die Grundschulen vor der Oberstufe Priorität haben."
Auch in weiteren Punkten unterstützt die OECD-Studie die Hamburger Schulpolitik. Heinemann: "Sowohl die Stärkung der Selbstverantwortung der Schulen als auch das Lehrerarbeitszeitmodell gehen international genau in die richtige Richtung."
Heinemann weist darauf hin, dass die Hansestadt bei den Ausgaben pro Schüler in Deutschland mit Abstand an der Spitze stehe. Die letzten vergleichbaren Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen, dass Hamburg pro Schüler und Jahr in den allgemein bildenden Schulen 6.800 Euro ausgibt, während im Bundesdurchschnitt nur 4.800 Euro ausgegeben werden: "Der Vorwurf zu geringer Bildungsausgaben trifft Hamburg folglich nicht. PISA hat uns aber gezeigt, dass wir die Mittel auf Basis klarer Leistungsstandards gezielter einsetzen müssen. Dies haben wir zum Beispiel jetzt auch im Bereich der sonderpädagogischen Förderung vor, wo wir Mittel nur noch auf Grundlage von Diagnosen und darauf aufbauender Förderpläne zur Verfügung stellen wollen. Auch die laufende Schulentwicklungsplanung dient dazu, die vorhandenen Gelder den Schülern besser zugute kommen zu lassen.“
Heinemann mahnt angesichts der OECD-Studie aber, ‚Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen’: "Wir haben bei unserem Besuch in Finnland erfahren, dass dort viele Schüler zwar nicht sitzen bleiben, am Ende aber ein Jahr länger in der Schule bleiben müssen. Und wir haben erfahren, dass dort akademisch ausgebildete junge Menschen große Probleme haben, einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden, während das duale Ausbildungssystem unterentwickelt ist. Man kann und sollte daher mutmaßliche Patentrezepte sehr genau ansehen, ob sie wirklich erfolgreich sind und ob sie nach Deutschland passen."
Vor diesem Hintergrund warnt Heinemann auch vor einer neuen Strukturdebatte: "Seit 1968 diskutieren wir in Deutschland über die Schulstruktur. PISA war die Quittung dafür, dass wir uns zu sehr um Strukturen und zu wenig um die Schulen selber, um Bildungsstandards, um die Lehrerausbildung und viele andere Themen gekümmert haben. Wir sollten in der Vielfalt des deutschen Bildungssystems eine Chance sehen, die es als Vorteil zu nutzen gilt."
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23.05.2012
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