Führende PISA-Forscher haben in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass es keinen Zusammenhang zwischen Schulsystem und Schülerleistungen bzw. Chancengerechtigkeit gibt. Heinemann: " Statt dessen müssen wir die einzelnen Schulen, die Lehrerausbildung, die Standardsetzung und viele Dinge mehr verbessern. Viel zu viele Reformen sind in den letzten Jahrzehnten unterblieben, weil sich die Politik in ideologischen Schulsystem-Diskussionen festgefahren hatte. Wir haben mit dem Start der Selbstverantworteten Schule, den zentralen Abschlussprüfungen und vielen anderen Reformen Hamburgs Schulen nach PISA auf den richtigen Weg gebracht."
Heinemann bezeichnet es aber als unerträglich, dass die Kinder besser verdienender Eltern deutlich bessere Chancen haben, zum Abitur zu gelangen: „Hier müssen wir ansetzen und hier haben wir angesetzt. Beispiele sind die Bildungspläne für Kita und Vorschule, die Viereinhalbjährigen-Untersuchung, die verpflichtende Sprachförderung, die Gründung neuer Kooperativer Schulen - und auch die letzte Woche in der Bürgerschaft geforderte wissenschaftliche Untermauerung der Grundschulempfehlung samt der Stärkung der Durchlässigkeit."
Zur Hauptschuldiskussion verweist Heinemann darauf, dass vor wenigen Monaten SPD und GAL in der Bürgerschaft die Einrichtung von „Praxisklassen" gefordert haben, „in denen Schülerinnen und Schüler aller Schulformen der 7. bis 8. Klassenstufe, die im normalen Klassenverband kaum noch zu beschulen sind, für 1 bis 2 Jahre aus dem normalen Schulalltag in praxisorientierte Klassen ausgefädelt werden" Heinemann: „SPD und GAL fordern die Abschaffung der Hauptschule und im gleichen Atemzug die Schaffung einer Restschule - das ist absurd. Wir haben in Hamburg in den Klassen 5 und 6 schon heute ein zwei- und nicht ein dreigliedriges Schulsystem - das wird gerne vergessen. Man sollte im Rahmen der Diskussionen um die Selbstverantwortete Schule aber darüber nachdenken, ob man die innere Organisation den Haupt- und Realschulen vorgeben muss und ob das Hamburger Nebeneinander von integrierten und gegliederten Systemen der Weisheit letzter Schluss ist - gerade die guten Ergebnisse von Sach sen sollten für alle Parteien ein Grund zum Überdenken der eigenen Positionen sein."