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Samstag, 19. Mai 2012
Heinemann: „Wir müssen die Konsequenzen aus den SPD-Prognosefehlern ziehen“

In Hamburg gehen derzeit 10.526 Grundschüler weniger zu Schule als vor zehn Jahren prognostiziert. Dies ergibt sich aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des schulpolitischen Sprechers der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Robert Heinemann.

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Bei den Haupt- und Realschulen fehlen 7.211 Schüler, bei den Gesamtschulen 5.738, bei den Gymnasien hingegen nur 1.188.

Die ehemalige SPD-Schulsenatorin Rosemarie Raab hatte 1995 aufgrund der angenommenen starken Steigerung der Schülerzahlen bis 2004 auf Schulschließungen verzichtet - anders als ihr Vorgänger Joist Grolle bei der Schulentwicklungsplanung in den 80er Jahren.

Heinemann: „Leider sind die damals prognostizierten Zahlen nicht ansatzweise eingetroffen. Wir müssen daher jetzt die Konsequenzen aus den sozialdemokratischen Prognosefehlern ziehen.“

Die durchschnittlichen Schülerzahlen pro Schule in den einzelnen Schulformen haben sich in den letzten zehn Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Während bei den Grund- bzw. Haupt- und Realschulen die Zahlen mit 228 bzw. 281 Schülern nahezu konstant blieben, hat sich die durchschnittliche Schülerzahl an den Gymnasien und Gesamtschulen deutlich erhöht: Von 568 auf 678 bei den Gymnasien und von 660 auf 746 bei den Gesamtschulen.
Die Grundschulen sind auch die einzige Schulform, die in den letzten zehn Jahren die Zahl der Standorte noch steigern konnte - von 226 auf 232.

Heinemann: „Diese Fakten machen deutlich, weshalb der Schwerpunkt der Veränderungen bei der Schulentwicklungsplanung bei den Grund-, Haupt- und Realschulen liegt. Hier wurden die Prognosen am deutlichsten verfehlt, die einzelnen Schulen wurden daher nicht im erhofften Umfang gestärkt.“

Ein Blick in den alten Schulentwicklungsplan von 1994 zeigt exemplarisch, wo der neue Schulentwicklungsplan ansetzt. So waren zum Beispiel 1994 für die Schule Hasselbrook jeweils zwei Züge für die Grundschule, die Beobachtungsstufe und die Haupt- und Realschule prognostiziert worden. Tatsächlich hat die Schule heute aber nur 1,5 Grundschulzüge, einen Zug in der Beobachtungsstufe und 1,75 Züge in der integrierten Haupt- und Realschule. Die Bildungsbehörde hat daher vorgeschlagen, sich an diesem Standort auf die Grundschule zu konzentrieren, die ihrerseits durch die Aufgabe des Grundschulangebotes in der Griesstraße gestärkt werden soll.

Besonders erfolgreich war in den letzten zehn Jahren die Schulform der „kooperativen Gesamtschule“, an denen nach einer gemeinsamen Beobachtungsstufe getrennte Klassen für Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten geführt werden und die wie die normalen Gymnasien das Abitur bereits nach 12 Jahren anbieten. An den inzwischen zwei Standorten konnte die Schülerzahl fast verdoppelt werden.

Am heutigen Abend findet auf Antrag der CDU-Fraktion um 18.30 Uhr eine öffentliche Anhörung des Schulausschusses zur Schulentwicklungsplanung im Hauptgebäude der Universität Hamburg statt.

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